12.12.2017, 16:04 Uhr

Eibiswald ist nach dem heftigen Sturm arg betroffen

LH-Stv. Michael Schickhofer und LR Johann Seitinger im Gespräch mit Walter Jammernegg vor seinem arg in Mitleidenschaft gezogenen Hof.

Der Föhnsturm der letzten 24 Stunden hat enorme Schäden an Häusern, Stromleitungen und im Wald angerichtet. LH-Stv. Michael Schickhofer und Landesrat Johann Seitinger waren bei einem Lokalaugenschein in Eibiswald. Eine Hotline für Geschädigte ist eingerichtet.

EIBISWALD. Es ist eine unruhige Nacht gewesen, die gerade hinter uns liegt, das Aufwachen war alles andere als ein freudvolles: Vielfach kein Strom im Haus, Zufahrtswege versperrt, Kindergärten und Schulen geschlossen, zumindest von St. Oswald ob Eibiswald und in Eibiswald selbst bis nach St. Peter im Sulmtal. Erst gegen Mittag hat sich der Sturm soweit gelegt, dass man Aufräumarbeiten überhaupt in Betracht ziehen konnte.
Nicht weniger als rund 40 Freiwillige Feuerwehren waren und sind noch im Bezirk Deutschlandsberg im Einsatz. Besonders arg getroffen hat es den Raum um Eibiswald. Der Föhnsturm hat hier mit Brachialgewalt sogar tiefwurzende, alte Bäume ausgerissen. 

Strom wird heute wieder angehen

"Der Strom sollte in den nächsten Stunden wieder in den meisten Haushalten funktionieren, wenn die Ringleitung von Wies wieder geschlossen ist," hofft Eibiswald-Bürgermeister Andreas Thürschweller, der nach den heftigen Schneeverwehungen Sonntag nachts wie so viele andere darauf gehofft hat, dass es nicht noch heftiger kommt. Doch in dieser Nacht  hat der Sturm mit Spitzen von bis zu 120 km/h erst so richtig zugesetzt - ausgerissene Bäume durch Windwurf, abgedeckte und beschädigte Häuser und desolate Stromleitungen sind die Folge - und das vom waldreichen Soboth an der Landesgrenze bis hin zur Bezirksgrenze in Oberhaag, also den ganzen Grenzkamm entlang.

Bundesheer im Einsatz

Für die Aufräumarbeiten kommt jetzt das Bundesheer zum Einsatz, das vor gut zwei Stunden den Einsatzbefehl erhalten hat. 19 Mann sind einmal in Oberhaag für den Bezirk Leibnitz stationiert und weitere 40 Mann am Stützpunkt beim Rüsthaus in Lateindorf, um ausgehend von Großradl bei den Aufräumarbeiten tatkräftig mitzuhelfen.

Nach Einlangen von Assistenzanforderungen im Wege der Bezirksverwaltungsbehörden Deutschlandsberg und Leibnitz hilft das Österreichische Bundesheer im Raum Oberhaag in der Ortschaft Wukits und bei St. Johann im Saggautal im Ortsteil Wuggau beim Freimachen von Landes- und Gemeindestraßen. Die Soldaten haben noch am heutigen Nachmittag mit dem Zerschneiden und der Entfernung umgestürzter Bäume begonnen und werden bis zum Einbruch der Dunkelheit arbeiten.
Im Bezirk Deutschlandsberg sind 40 Soldaten vom Baupionier- und Katastrophenhilfeeinsatzzug des Militärkommandos und im Bezirk Leibnitz 19 Soldaten der ABC-Abwehrkompanie Graz im Einsatz. Der Einsatz ist vorerst für diese Woche angefordert.

Straßen unpassierbar

Straßen wie der Saglöscherweg, der Maurerweg, oder der Bartlschneiderweg sind in Eibiswald noch immer nicht wegen umgestürzter Bäume passierbar - die Straße zum Buschenschank Glirsch ist nicht einmal zu sehen, da sie übersät ist von darüberliegenden Bäumen. Auch die L655 ist komplett zu. "Es wird noch gut zwei Tage dauern, bis wir diese Straßen frei bekommen. Die Unterstützung vom Bundesheer kommt da gerade recht", so Thürschweller, der mit den Herren vom Katastrophenschutz in ständigem Kontakt ist.
Kurz darauf sind LH-Stv. Michael Schickhofer und Landesrat für Land- und Forstwirtschaft Johann Seitinger ins Rathaus Eibiswald gekommen, um sich auf einer Karte einen kurzen Überblick zu verschaffen, bevor es dann zu betroffenen Haushalten ging. "Wir sind gerade aus Leibnitz gekommen, aber hier sieht es ja noch schlimmer aus. Das Epizentrum hat sich wohl hier im Raum Eibiswald mit voller Wucht entwickelt", so LH-St. Michael Schickhofer. 

Ein Lokalaugenschein

Schon bei der Anfahrt in Richtung Kleinradl bot sich ein Bild des Schreckens:
Beim Hof von Walter und Michael Jammernegg vulgo Zenzbauer in Oberlatein/Großradl scheint der Sturm mit besonderer Wucht gewütet zu haben, wie allein am Windwurf im Wald zu sehen ist - und mittendrin das Dach des Rinderstalles. "Diesen Stall haben wir erst im Vorjahr errichtet, und jetzt das", beklagt Walter Jammernegg. Aber auch das Dach über den landwirtschaftlichen Geräten und Teile des Hausdaches hat es abgetragen. Außerdem liegt eine riesige Linde quer über das Gefälle vor dem Hof.
Weiter ging zur Zufahrtsstraße nach Bachholz sowie der arg in Mitleidenschaft gezogene Hof von vulgo Moritsch noch am Programm gestanden wäre, wo der ganze Gibel am Haus gerissen worden ist.

Katatrophenfonds wird angezapft

LR Johann Seitinger ist erschüttert von dem Ausmaß der Schäden: "Es wird Entschädigungen aus dem Katastrophenfonds geben, damit man diese Schäden möglichst rasch wieder hinbringen kann." Gemeint sind damit Bedarfszuweisungen nach Abgleich mit den Versicherungen, die Sachverständigen haben somit jetzt Hochsaison.  "Jetzt müssen einmal alle zusammenhelfen, damit es wieder weitergehen kann. Für die Zukunft kann man dann schon unterstützen, dazu hat das Land mit dem Katastrophenentschädigungstopf  vorgesorgt. Natürlich gibt es keine Reserven aus Geldmitteln, sondern wir müssen diese mit neuen Schulden finanzieren.  Aber es gilt eben immer, dass man eine Katastrophe über das Jahr hinweg nicht einschätzen bzw. budgetieren kann. Daher muss man dann Entscheidungen von einem Moment auf den anderen treffen", betont Seitinger.

Hotline für Geschädigte

Für alle jene, die nach diesem Sturm Schäden zu vermelden haben, hat die Marktgemeinde Eibiswald eine Hotline eingerichtet unter Tel.: 03466/45400 - 214

20 Häuser wurden in Leutschach abgedeckt
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