(+ Video) "Bauer sein ist cool!"
Der Bezirk braucht junge Landwirte

Mit Leib und Seele und aus Überzeugung Landwirte (von morgen): Sophie Herzog und Andreas Jaritz
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  • Mit Leib und Seele und aus Überzeugung Landwirte (von morgen): Sophie Herzog und Andreas Jaritz
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Neue Info-Kampagne der Landwirtschaftskammer rückt die jungen Landwirte in den Fokus.

Regionale Produkte vom Landwirt ums Eck sind gefragt – doch wie kommen Fleisch, Milch, Eier und Co. in Zukunft an die Konsumenten? Und worin liegen die Herausforderungen, damit heimische Bauern für Versorgung, Tierwohl und den Fortbestand des Berufsstandes garantieren können? Die Landwirtschaftskammer Steiermark rückt mit der Info-Kampagne "Bauer sein ist cool! Bäuerin sein ist cool!" die jungen Gesichter in den Fokus und präsentiert, was sie vorhaben. In Graz-Umgebung trafen sich Manfred Kohlfürst, Bezirkskammerobmann Graz/Umgebung, und Bezirksbäuerin Andrea Simperl mit der 19-jährigen Sophie Herzog und dem 30-jährigen Andreas Jaritz, den Sprechern der Jungen Landwirtschaft, zum Dialog.

Zukunft der Regionalität

Nur knapp elf Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in der EU sind in den Händen von Bauern unter 40 Jahren – Unter-25-Jährige machen aktuell gar nur 0,45 Prozent aus. Damit Regionalität Zukunft hat, muss jetzt in junge, innovative Ideen investiert und diese auch gefördert werden. "Graz-Umgebung bringt viele nachhaltige Projekte hervor. Das Bewusstsein für die Region, welche Arbeit dahinter steckt und woher die Produkte kommen, ist gestiegen. Aber Höfe müssen sich weiterentwickeln. Dafür braucht es Rahmenbedingungen", sagt Kohlfürst in Kleinstübing am Bauernhof der Familie Jaritz. Hier am Milchviehbetrieb werden aktuell 150 Kühe versorgt, und das ist mit Arbeit verbunden. Andreas Jaritz macht sie gerne. "Die Arbeit auf einem Hof schreckt viele junge Menschen ab. Für mich bedeutet sie mehr Lebensqualität. Wir junge Landwirte gehen gerne neue, innovative Wege. Auch wenn es darum geht, der Klimakrise entgegenzuwirken."

Ein Video zur Kampagne vor Ort gibt es hier:

Auf was es ankommt

Konkret will die Landwirtschaftskammer mit der Kampagne durch die engagierten Jungbauern in der Öffentlichkeit Gehör finden: weg vom schlechten Image des Bauern hin zu Bewusstwerdung, dass ohne den Berufsstand keine zukunftsfähige Land- und Forstwirtschaft möglich ist. Dazu benötigen die Jungbauern, so Kohlfürst, faire Bedingungen und Konsumenten, die die Leistung schätzen. "Der Konsument kauft ein, er gibt den Auftrag." Im Herbst startet die Landwirtschaftskammer an Fachschulen mit einer Innovationstour, bei der Initialzündungen für neue Ideen und Wege in der Land- und Forstwirtschaft gelegt werden sollen.
"Ich könnte ohne Tiere nicht. Und ich möchte mit dem, was ich tue, den Menschen vermitteln, auf was es ankommt", sagt Herzog. "Wir wollen zeigen, was wir können, und dass wir darauf stolz sind. Wir stellen uns den großen Zukunftsfragen und sind bereit, unseren Beitrag zur Lösung zu leisten. Wir sind für Gespräche und Diskussionen offen, wünschen uns aber auch, dass die Steirer ein Ohr für unsere Anliegen haben."

Region würde "ausbluten"

"Ich freue mich sehr, dass es in der Landwirtschaft so viele motivierte, engagierte und innovationsfreudige junge Menschen gibt. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, sie bei ihren zukunftsweisenden Plänen und Vorhaben tatkräftig zu unterstützen“, sagt Bezirksbäuerin Simperl. „Sie sind die Landwirtschaft von morgen. Ohne den Einsatz und die zukunftsträchtigen Leistungen der jungen Bauern, würden die steirischen Regionen ausbluten.“

Inhalt der Kampagne

Die Infokampagne "Bauer sein ist cool! Bäuerin sein ist cool!" gliedert sich in neun Schwerpunkte.

  • 1. Herzensanliegen Tierwohl: Die Junge Landwirtschaft bekennt sich zur gesellschaftlichen Herausforderung "mehr Tierwohl". Dazu braucht es aber Lösungen, etwa tierfreundlcihe Ställe ohne teure und unbürokratische Verfahren.
  • 2. Regionale Lebensmittel sind ein Hit: Die Junge Landwirtschaft steht für sichere Versorgung mit saisonalen und regionalen Lebensmitteln. Gefragt sind hier die Konsumenten: Wer heimische Lebensmittel bevorzugt, schützt das Klima, schafft Arbeitsplätze und stärkt die Region.
  • 3. Fairness für die Zukunft, um die Verwundbarkeit zu überwinden: Wer Lebensmittel produziert, krempelt die Ärmel hoch. Damit die Lebensmittelversorgung aber gegeben ist, benötigt es ein Miteinander von Landwirtschaft und Freizeitnutzern; es braucht gegenseitigen Respekt.
  • 4. Durch neue und innovative Wege dem Strukturwandel einen Schritt voraus sein: "Wir jammern nicht, sondern packen an und finden neue und innovative Wege zur guten Weiterentwicklung unserer Höfe", heißt es.
  • 5. Raus aus der Klimakrise: Landwirte sind von der Klimaveränderung betroffen. Zeitgleich schaffen sie aber den Weg aus der Klimakrise. Denn: Mit Wald und Holz, Humusvermehrung, Herstellung von eigenem Strom, Wärme, Treibstoffen und Energie kann dem Klimawandel entgegengewirkt werden.
  • 6. Wasser ist Leben: Die Junge Landwirtschaft steht dafür ein, Grund- und Oberflächenwasser zu schützen, um unter anderem Dürre- und Frostschäden entgegenzuwirken.
  • 7. Lebensadern Digitalisierung und Infrastruktur: Landwirtschaft und Technik? Auf jeden Fall passt das zusammen, denn digitales Wissen ist nutzbar. Der ländliche Raum benötigt Chancengleichheit mit urbanen Räumen – das betrifft auch die Infrastruktur.
  • 8. Flächen nutzen statt verbauen: Aktuell ist die Steiermark trauriger Spitzenreiter beim Bodenverbrauch. Dem wollen die Nachwuchsbauern entgegenwirken beziehungsweise ein Zeichen setzten, indem sie auf einen gesetzlichen Schutz von wertvoller Agrarfläche setzen.
  • 9. Bildung ist Zukunft: Ausbildung, Weiterbildung und Co. – um in Zukunft bestehen zu können, benötigt es Angebote, die gut begleitet werden.

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