Gemeinderatswahl 2020 in Bruck-Mürzzuschlag
Sensation in Mariazell: ÖVP holt die Absolute

Applaus für den Wahlgewinner in Bruck: Bgm. Peter Koch holt für die SPÖ die absolute Mehrheit zurück.
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  • Applaus für den Wahlgewinner in Bruck: Bgm. Peter Koch holt für die SPÖ die absolute Mehrheit zurück.
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Gemeinderatswahlen 2020: SPÖ und ÖVP gewinnen im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag. Die FPÖ muss herbe Verluste einstecken. 

So hat der Bezirk Bruck-Mürzzuschlag gewählt

Im Bezirk verteidigt die SPÖ die Nummer eins Position und kommt auf 44,25 Prozent. Die ÖVP verringert den Abstand, nach Zugewinnen kommt sie auf 30,86 Prozent. Die Freiheitlichen verlieren über zehn Prozent und kommen auf 9,8 Prozent der Stimmen. Die Grünen kommen auf 1,97 Prozent, die KPÖ auf 3,83 Prozent.

Das Ergebnis zeigt den tatsächlichen Auszählungsstand inklusive Wahlkarten und ist KEINE Hochrechnung.

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Bruck-Mürzzuschlager Gemeinden im Detail

In Mariazell muss der amtierende Bürgermeister Johann Kleinhofer eine Niederlage eingestehen. Nach 53,95 Prozent vor fünf Jahren kommt die SPÖ nur noch auf 32,55 Prozent. Indessen freut sich Walter Schweighofer von der ÖVP über einen Zugewinn von über 27 Prozent. Die Volkspartei erhält 58 Prozent der Stimmen im Wallfahrtsort. 

Bürgermeister-Bonus greift auch in Kapfenberg. Die SPÖ kommt mit Bgm. Fritz Kratzer auf 56,78 Prozent und festigt mit einem Plus von 8,38 Prozent die absolute Mehrheit.
Die ÖVP gewinnt 9,5 Prozent dazu und hält nun bei 20,29 Prozent; das erste Wahlziel, die absolute Mehrheit der SPÖ zu brechen, wurde aber verfehlt. Die FPÖ wird in Kapfenberg einstellig: 15,54 Prozent verloren, halten die Blauen jetzt bei 9,48 Prozent.
Die KPÖ verliert leicht: Jetzt 6,16 Prozent, die Liste Vogl kommt auf 4,86 Prozent (+1 Prozent), die Neos mit dem ehemaligen ÖVP-Stadtrat Markus Lindner kommen auf 2,45 Prozent.

In Bruck holt sich die SPÖ die absolute Mehrheit zurück. Bgm. Peter Koch kommt auf 52,73 Prozent der Stimmen. Auch der bisherige Koaltitionspartner ÖVP gewinnt dazu: in Summe 22,81 Prozent
Herbe Verluste für die Freiheitlichen: jetzt 9,4 Prozent, 2015 waren es noch 22,09 Prozent.
"Die Schlacht um Mittelerde ist gewonnen", sagte Bgm. Peter Koch mit einem Schmunzeln. "Ich bin so unglaublich froh über das Wahlergebnis. Schön, dass die Sozis auch wieder eine Wahl gewinnen können. Heute früh bin ich noch ins Grübeln gekommen, ob es richtig war, fast ohne Wahlplakate in den Wahlkampf zu gehen, aber auf die Brucker ist Verlass, sie wissen was zu tun ist, dazu brauchen sie keine Wahlplakate."

Auch in der Breitenau gibt es einen Wechsel an der Spitze. Alexander Lehofer von der Breitenauer Volkspartei darf sich über einen Zugewinn von 24 Prozent freuen. Damit landet die ÖVP mit 57,68 Prozent weit abgeschlagen auf Platz eins. Martin Bodlos und seine SPÖ kommen lediglich auf 33,18 Prozent und verlieren über zehn Prozentpunkte. 

Absolute Mehrheiten im Bezirk

In Langenwang konnte der amtierende Bürgermeister Rudolf Hofbauer seine Vormachtstellung weiter ausbauen. Insgesamt kommt die ÖVP dort auf 61,88 Prozent der Stimmen. Auch in Neuberg darf sich ÖVP-Spitzenkandidat Peter Tautscher mit 57,44 Prozent über die absolute Mehrheit freuen. Die FPÖ vom Nationalratsabgeordneten Hannes Amesbauer kommt dort auf 16,86 Prozent und verliert sechs Prozentpunkte. 

Spital am Semmering bleibt sozialdemokratisch. Reinhard Reisinger und sein Team dürfen sich über eine absolute Mehrheit und 62,91 Prozent der Stimmen freuen. 

Absolut zufrieden sein, kann auch St. Barbaras Bürgermeister Jochen Jance. Die Sozialdemokraten verzeichnen ein Plus von über 18 Prozent und kommen auf 63,46 Prozent. Sie profitieren von den Verlusten der FPÖ, die in St. Barbara nur mehr bei 15 Prozent liegt und knapp die Hälfte ihrer Wähler verliert. 

Auch in Kindberg gibt es eine absolute Mehrheit für den amtierenden Bürgermeister. Christian Sander und die SPÖ legen über fünf Prozent zu und kommen auf 53,4 Prozent der Stimmen. Die ÖVP mit Spitzenkandidat Peter Sattler verzeichnet 31,97 Prozent. Die großen Erwartungen von Leopold Schöggl und der FPÖ konnten nicht erfüllt werden. Die Freiheitlichen verlieren über elf Prozent und liegen bei 10,49 Prozent. Die KPÖ verbucht 4,14 Prozent der Stimmen.

Einzige Mürztaler Bürgermeisterin bestätigt

Die Krieglacher Bürgermeisterin Regina Schrittwieser und ihre Namensliste verzeichnen 75,19 Prozent der Stimmen. Damit gewinnt sie weitere acht Prozentpunkte und verweist ihre Mitstreiter klar auf die Plätze. 

Auch in der Stanz darf Bürgermeister Fritz Pichler wohl seine angefangene Arbeit fortsetzen. Die Bürgerinitiative für eine lebenswerte Stanz erreicht 46,5 Prozent und landet relativ klar vor der SPÖ auf Platz eins. Vor fünf Jahren sah das noch anders aus. Insgesamt gewinnt die Bürgerinitiative zwölf Prozent im Vergleich zur letzten Wahl. 

Stefan Hofer – Mister 80 Prozent

80,07 Prozent für Stefan Hofer (SPÖ) in Turnau, ein Plus von 31,75 Prozent. Jetzt hat er die absolute Mehrheit in der Tasche, aber deutlich.
Auch im benachbarten Thörl legt die SPÖ zu. Günther Wagner baut die absolute Mehrheit aus und kommt auf 67 Prozent (+16 Prozent.

Mürzzuschlag bleibt rot

Die SPÖ Mürzzuschlag mit Spitzenkandidat Karl Rudischer kann leichte Zugewinne verzeichnen und kommt auf 46,69 Prozent der Stimmen. Die ÖVP (Spitzenkandidat Alfred Lukas) gewinnt drei Prozentpunkte und landet 13,81 Prozentpunkte. Mit zwölf Prozent weniger als vor fünf Jahren müssen Arnd Meißl und seine Freiheitlichen leben. Sie landen mit 18,36 Prozent auf Platz zwei. Die Grünen von Ilse Schmalix steigern sich leicht und kommen auf 7,45 Prozent (+2%). Franz Rosenblattl und seine KPÖ dürfen sich in Mürzzuschlag über 13,42 Prozent (+1,7%) freuen.

Statements aus dem Bezirk

Walter Schweighofer, ÖVP Mariazell: "Ein großartiges Wahlergebnis. Fast unverhofft, ich persönlich habe nicht mit diesem großen Zuspruch gerechnet, man hat aber gespürt, dass das Bedürfnis für Veränderung in der Bevölkerung vorhanden war. In Summe haben wir einen guten Wahlkampf gemacht und gute Arbeit geleistet – ein Danke an unser Team."

Regina Schrittwieser, Namensliste Schrittwieser, Krieglach: "Es ist ein überwältigendes Ergebnis. Ich hätte mir nicht gedacht, dass wir das noch steigern können und möchte mich herzlich für das Vertrauen der Wähler und Wählerinnen bedanken. Das gibt mir unheimlich viel Motivation für die nächsten Jahre."

Friedrich Pichler, Bürgerinitiative für eine lebenswerte Stanz: "Mich freut die hohe Wahlbeteiligung von über 80 Prozent besonders. Unser Ziel war es, stärker zu werden, und das ist uns gelungen. Der Reformkurs, den wir eingeschlagen haben, wurde mit einem zusätzlichen Mandat bestätigt. Das freut mich sehr."

Philipp Könighofer, FPÖ Langenwang: "Man hat gesehen, dass die Bürgermeister-Partei bei uns von der Gesamtsituation profitieren konnte. Die Verluste schmerzen, doch immerhin konnten wir Platz zwei festigen. Mit Blick auf den Bezirk kann man wohl sagen, dass die Gesamtsituation auf bundespolitischer Ebene wohl nicht spurlos an den Kommunalwahlen vorbeigeht. Wir müssen jetzt aber erst das Endergebnis in den Städten abwarten."

Jochen Jance, SPÖ St. Barbara: "Wir sind einfach nur dankbar. Mit einem derartigen Zugewinn hätten wir selbst nicht gerechnet. Es freut uns aber außerordentlich, dass die Arbeit, die wir in den letzten fünf Jahren geleistet haben, gesehen und wertgeschätzt wurde. Die 16 Mandate sind ein riesiger Auftrag, den wir aber sehr gerne annehmen."

LR Hans Seitinger, Bezirksparteiobmann der ÖVP: "Mit dem Wahlergebnis im Bezirk sind wir sehr, sehr zufrieden. Vor allem die historischen Wahlergebnisse in Mariazell, Breitenau und Pernegg freuen mich. Es zeigt sich auch, dass eingefleischte Sozialdemokraten die ÖVP wählen, siehe Breitenau und Pernegg. Die gute Arbeit in den Gemeinden wurde honoriert."

Nabg. Hannes Amesbauer, Bezirksparteiobmann der FPÖ Bruck-Mürzzuschlag: "Es ist ein schmerzvolles Ergebnis und eine bittere Enttäuschung im Bezirk und auch in meiner Gemeinde Neuberg. Es ist schlimm, dass man nach zehn Jahren guter Zusammenarbeit nicht reüssieren kann, aber der Wähler hat gesprochen. Unsere Aufgabe ist nun die Opposition. Leider haben die Geschehnisse auf Landes- und Bundesebene sowie rund um H.C. Strache auch Auswirkungen auf die kommunale Ebene. Es gibt aber auch Lichtblicke, wie Langenwang und Mürzzuschlag."

NAbg. Jörg Leichtfried, Regionalvorsitzender der SPÖ: "Ich freue mich über das gute Ergebnis in den Städten. Die Absolute in Bruck tut gut, ebenso die sensationellen Ergebnisse in Turnau, Thörl und St. Barbara. In St. Lorenzen hoffen wir auf eine SPÖ-Bürgermeisterin. Wir haben auch Niederlagen zu verdauen – Mariazell, Breitenau, Pernegg – hier müssen wir das Ergebnis aufarbeiten. Die SPÖ hat von einer schwächelnden FPÖ profitiert, aber auch von einer Bundes-ÖVP, die zunehmend Fehler macht."

Alle Wahlergebnisse aus der Steiermark



Lesen Sie auch: Die Themenseite



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