Aus "grünem" Strom: Die Südsteiermark gibt ab 2022 Wasserstoff

In Gabersdorf wird aus Solarstrom und Biogas in einer neuen Anlage "grüner" Wasserstoff hergestellt werden.
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  • In Gabersdorf wird aus Solarstrom und Biogas in einer neuen Anlage "grüner" Wasserstoff hergestellt werden.
  • Foto: Projektteam Renewable Gasfield
  • hochgeladen von Simon Michl

In Gabersdorf entsteht 2022 die erste außerbetriebliche Produktion von "grünem" Wasserstoff in Österreich. Der soll u.a. nach St. Martin im Sulmtal zum Weltmarktführer Wolfram gehen.

GABERSDORF/ST. MARTIN I.S. Klimafreundlich hergestellter Wasserstoff – es klingt wie die perfekte Kombination zur Energiewende. Daran versuchen sich nun steirische Unternehmen: Energie Steiermark möchte aus Solarstrom und Biogas einen nachhaltigen Wasserstoff erzeugen.

Anlage in Gabersdorf

Das Unternehmen baut in Gabersdorf (Bezirk Leibnitz) eine Anlage, die klimaschützend Wasserstoff herstellen soll. Eine Photovoltaik-Anlage mit 6.000 Quadratmetern Kollektorfläche wird neu gebaut und mit den Ressourcen einer bereits bestehenden Biogasanlage kombiniert. Es soll österreichweit die erste außerbetriebliche Produktionsanlage für "grünen" Wasserstoff werden. Damit möchte man jährlich bis zu 300 Tonnen Wasserstoff produzieren. Ein einziges Wasserstoffauto könnte damit etwa 40 Millionen Kilometer zurücklegen. Im ersten vollen Produktionsjahr (2023) sollen erstmal 160 Tonnen hergestellt werden.

Ein großer Teil davon wird ins 20 Kilometer entfernte St. Martin i.S. in den Nachbarbezirk Deutschlandsberg gehen: Die Wolfram Bergbau & Hütten AG unterzeichnete den ersten Liefervertrag. Rund 70 Tonnen Wasserstoff gehen ab Oktober 2022 jährlich in das Industrieunternehmen, das damit Erdgas in seiner Produktion ersetzen wird. Der Rest geht an die Graz Linien, die ihre Busse auf Wasserstoff- und Elektroantrieb umrüsten wollen.

Produktion in St. Martin i.S.

Wolfram, ein Teil der schwedischen Sandvik-Gruppe, ist führender Anbieter höchstwertiger Pulver auf Basis des Metalls Wolfram: 13 Prozent des weltweiten Wolfram-Bedarfs wird in St. Martin i.S. erzeugt. Durch den Vertrag mit Energie Steiermark steigt das Unternehmen in "grünen" Wasserstoff ein. "Die Nähe unseres eigenen Standorts in St. Martin i.S. zur Wasserstoffproduktionsanlage ist ein weiterer Beitrag zur regionalen Versorgung unserer hochmodernen Metallurgieanlagen", sagen Andreas Bock und Alex Nieuwpoort vom Wolfram-Vorstand.

Zehn Millionen Euro

Auf einem Areal von 10.000 Quadratmeter wird die Anlage ab dem Frühjahr 2022 errichtet, Ende des nächsten Jahres plant man mit der Fertigstellung. Zehn Millionen Euro werden investiert, davon kommen 2,6 Millionen Euro aus Förderungen.

Die jährliche Einsparung an CO2 gibt Energie Steiermark mit 5.200 Tonnen an. "Das ist ein weiterer Schritt unserer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie", betont das Energie-Steiermark-Vorstandsduo Christian Purrer und Martin Graf. "Mit dieser neuen Produktionsanlage und dem begleitenden Forschungsprojekt setzen wir europaweit ein deutliches Signal in Sachen Energiewende." Weitere Projektpartner sind u.a. die Energienetze Steiermark, die Montanuniversität Leoben, die HyCentA Research GmbH aus Graz, die Energieagentur Steiermark sowie die Energieabteilung der Steiermärkischen Landesregierung.

In Gabersdorf wird aus Solarstrom und Biogas in einer neuen Anlage "grüner" Wasserstoff hergestellt werden.
Unterzeichneten in St. Martin i.S. den ersten Vertrag für "grünen" Wasserstoff aus der Steiermark: Martin Graf (Vorstandsdirektor Energie Steiermark), Andreas Bock (Technischer Vorstand Wolfram), Alex Nieuwpoort (Vorsitzender des Vorstandes Wolfram) und Christian Purrer (Vorstandssprecher Energie Steiermark) (v.l.n.r.)

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