Spartenobmann Alois Siegl meint: Mitarbeiter im Handel verdienen mehr Respekt!

Alois Siegl, Spartenvertreter Handel Steiermark, spricht sich für mehr Wertschätzung gegenüber Handelsangestellten aus.
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  • Foto: Sissi Furgler
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Weniger Geduld und mehr Druck: Alois Siegl tritt für mehr Wertschätzung für Handelsangestellte ein.

"Wenn du für die Schule nichts lernst, dann landest du einmal hier hinter der Fleischtheke", das soll eine Mutter zu ihrem Kind in einem deutschen Supermarkt gesagt haben. Damit löste sie einen Sturm der Empörung und eine Diskussion in den sozialen Medien über Wertschätzung und Respekt aus. Das ruft auch Alois Siegl, selbst Leiter eines Handelsbetriebs und Obmann des Landesgremiums des Lebensmittelhandels der Wirtschaftskammer, auf den Plan, der erörtert, wie anspruchsvoll und herausfordernd Jobs im Handel sind.

Motivation geht verloren

"Im Handel haben wir einen Mangel an Fachverkäufern und diesem Umstand versuchen wir als Wirtschaftskammer gemeinsam mit Schulen und Unternehmen entgegenzuwirken", sagt Alois Siegl. Daher erachtet er solche Ansagen von Eltern für entbehrlich und falsch. "Das führt dazu, dass Kinder keine Motivation haben, einen Beruf im Handel zu ergreifen und auch wenig Wertschätzung gegenüber diesen Berufen haben", erklärt er und fügt hinzu, dass es für Berufe im Handel viel Wissen, Hausverstand, Fleiß und Durchhaltevermögen braucht.
"Zudem ermöglichen viele Fortbildungen zahlreiche Aufstiegschancen, auch die Lehre mit Matura ist sehr beliebt und öffnet viele Türen." Alle großen Handelskonzerne würden dabei auf das Wohl ihrer Mitarbeiter achten und sie unterstützen.

Auf Augenhöhe begegnen

Unfreundliche Kunden habe es laut Siegl, der schon seit rund 45 Jahren im Handel tätig ist, immer gegeben. Aber die Zeiten hätten sich geändert, das Tempo sei schneller geworden, die Anforderungen an die Handelsmitarbeiter seien daher auch immens gestiegen. "Wichtig ist, den Menschen hinter der Fleischtheke oder Kassa zu respektieren und ihm auf Augenhöhe zu begegnen", betont der Spartenobmann. Meist sind die Mitarbeiter im Lebensmittelhandel seit sechs Uhr morgens im Dienst und haben vielfältigste Aufgaben zu erledigen. "Also ist eine solche Aussage, mit der Handelsangestellte diskreditiert werden, einfach inakzeptabel", hebt Siegl hervor und sagt, dass er die besagte Dame "in einer höflichen, aber bestimmten Art" darauf angesprochen hätte.

Respekt ist gefragt

Intelligenz, Ehrlichkeit, Freundlichkeit und ein ansprechendes Äußeres muss man laut Siegl als Handelsangestellter auf jeden Fall mitbringen. "Im Handel lernt man jeden Tag etwas Neues, hat Kontakt zu vielen Menschen und ist ihnen auf mehrere Arten behilflich", erzählt der Gratweiner und fügt schmunzelnd hinzu, dass man auch mal Psychiater und bester Freund sein muss. Und Freunden begegnet man mit Respekt.

WOCHE-WISSEN

Der Handel in der Steiermark beschäftigte laut WKO-Leistungsbericht im Juli 2018 insgesamt 69.620 Personen, im Juli 2017 waren es 67.905. Der Einzelhandelsumsatz in der Steiermark betrug 2017 netto 9,4 Milliarden Euro, 2016 waren es 9,2 Milliarden. Auch die Zahl der Neugründungen kann sich sehen lassen: 2017 wurden 1.250 Betriebe gegründet, 2016 waren es 1.207.

515 steirische Betriebe bilden 2.156 Lehrlinge aus

Der Handel in der Steiermark ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und setzt auf die Ausbildung von Lehrlingen. In 515 Lehrbetrieben werden mit Stand 21. Dezember 2018 in Summe 2.156 Lehrlinge ausgebildet. 2018 wurden 650 Lehrabschlussprüfungen positiv absolviert. Konkret können 23 Lehrberufe im steirischen Handel erlernt werden. Insgesamt hat die Steiermark 15.775 Lehrlinge, mit 6.899 fallen die meisten dabei auf die Sparte Gewerbe und Handwerk. In der Sparte Industrie werden 2.788 Lehrlinge ausgebildet, der Handel landet auf Platz drei.

Alois Siegl, Spartenvertreter Handel Steiermark, spricht sich für mehr Wertschätzung gegenüber Handelsangestellten aus.
Handel: Die steirischen Betriebe setzen auf Nachwuchskräfte und in der grünen Mark kann man 23 Lehrberufe erlernen.

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