Hochwasser Tirol
Update: Aktuelle Informationen zur Hochwassersituation in Tirol

Hochwasser am 12.6.2019 im Bereich St. Gertraudi / Brixlegg
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TIROL. Derzeit sind aufgrund der Schneeschmelze und lokaler Gewitter die Pegelstände der Flüsse Tirols relativ hoch. Wie sich die aktuelle Lage entwickelt ist derzeit nur schwer abschätzbar.


13.6., 10 Uhr: Wasserführung rückläufig

Nachdem der Inn in Innsbruck heute Nacht seinen Höchststand (6,32 Meter) erreichte, ist nun größtenteils eine rückläufige Wasserführung zu verzeichnen. In Kombination mit der stabilen Wetterlage ist davon auszugehen, dass die Pegel weiter sinken.

Tirols Landeshauptmann Günther Platter: „Die aktuelle Situation stimmt uns vorsichtig optimistisch. Unsere Expertinnen und Experten werden die Lage aber weiterhin rund um die Uhr beurteilen und beobachten. An dieser Stelle darf ich allen Einsatzkräften, aber auch den Verantwortlichen in den betroffenen Gemeinden wie auch unseren Expertinnen und Experten des Landes Tirol für ihre vorbildliche Arbeit in den letzten Stunden und Tagen herzlich danken. Solche Situation führen uns immer wieder vor Augen, dass auf unsere Sicherheitskräfte im Land absolut Verlass ist!“

12.6., 18:30 Uhr: Noch keine Entspannung

Bei der Stabssitzung kommen ExpertInnen der Abteilung Wasserwirtschaft bzw. des Sachgebietes Hydrographie und Hydrologie und der Abteilung Zivil- und Katastrophenschutz des Landes sowie der Leitstelle Tirol, dem Tiroler Feuerwehrverband sowie der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) am Mittwochnachmittag zum Schluss, dass sich die Hochwassersituation in Tirol nicht weiter verschärft. Die Situation bleibt jedoch angespannt. Die bereits getroffenen Sicherheitsmaßnahmen bleiben weiterhin aufrecht.

13.6., 5 Uhr: Straßensperren aufgrund des Hochwassers

Straßensperren:

  • B171 Tiroler Straße Totalsperre zw. Kranebitten und Zirl (KM 85.000-85.800) ab 10:59 Uhr / Umleitung eingerichtet
  • L215 Unterinntal Landesstraße Totalsperre zw. Jenbach und Stans ab 14:00 Uhr
  • L211 zw. Münster und Kramsach ab 17:50

Bahnunterführungen Sperren:

  • L212 bei KM 0.800 Bahnunterführung BHF Kirchbichl ab 10:25 Uhr
  • Bahnunterführung Wörgl Poststraße –Raimund Federer Straße –örtl. Umleitung vorhanden ab 10:25 Uhr

Radwege Sperren:

  • Inntal Radweg linksseitig in Kufstein, Höhe ATIB.Moschee und linksseitig Endach in Richtung Langkampfen
  • Inntal Radweg Niederbreitenbach (Dornau) bis Kufstein durchgehend ab 10:35 Uhr
  • Inntal Radweg St. Gertraudi/Brixlegg und Rattenberg ab 10:59 Uhr
  • Inntal Radweg Hall in Tirol Höhe GH Badl bis Volders ab 10:49 Uhr
  • Inntal Radweg zwischen Innsbruck New Orleans Brücke bis GH Badl in Hall iT
  • Inntal Radweg ab Volders/ Baumkirchen bis Wattens ab 18:30 Uhr
  • Inntal Radweg ab Kematen bis Innsbruck

Brücken in Innsbruck , Innsbruck Land, Schwaz und Kufstein :

  • Karwendel Brücke (IBK)
  • Emile - Bethouard Steg (IBK)
  • Hans Psenner Steg (IBK)
  • New Orleans Brücke (IBK)
  • Fußgänger Brücke Hall in Tirol GH Badl - Untere Lend (Hall in Tirol)
  • Montanwerksbrücke in Brixlegg
  • Steinbrücke in Schwaz
  • Rad- und Fußgänger in Vomperbach, Behelfsbrücke zwischen Altmahd und Vomperbach
  • Fußgängerbrücke Fischergries bei NMS in Kufstein (KU)
  • Fußgängerbrücke in Kufstein/Endach (KU)

Zusätzliche Sperren

  • Zusätzlich wurde die Hans – Flöckinger Promenade für den Fuß – und Fahrzeugverkehr gesperrt (IBK).
  • Weiters wurden die Badgasse und die Herrengasse ab ca. 15.00 Uhr durch die BFI mittels mobiler Hochwassersperren gesperrt und weitere Sperren im Bereich Herzog Otto Straße vorbereitet.

Hochwassersituation bleibt angespannt

Die Hochwassersituation entlang des Inns bleibt voraussichtlich bis morgen angespannt. Bis dorthin sollten auch keine neuen Niederschläge mehr fallen. In den Gemeinden werden derzeit vorsorglich Sicherheitsmaßnahmen getroffen. Die Gemeinden entlang des Inns und die Stadt Innsbruck sind so auf alle Eventualitäten vorbereitet, so Josef Geisler.

Gemeinden entlang des Inns haben teilweise HQ30

In einigen Gemeinden liegt der Pegelstand bei jener Marke, die nur rund alle 30 Jahre erreicht wird (HQ30). Bisher ist es nur bei landwirtschaftlichen Nutzflächen zu Ausuferungen gekommen. Jedoch kann davon ausgegangen werden, dass der Inn Im Laufe des heutigen Nachmittags weiter steigt. „Eine konkrete Prognose ist aktuell sehr schwierig, da diese auch von der Wetter- und Abflussentwicklung entlang der Zubringer des Inns wie beispielsweise der Ötztaler Ache und des Zuflusses am Inn aus der Schweiz zusammenhängen.", so Markus Federspiel, Vorstand der Abteilung Wasserwirtschaft. Aus diesem Grund werden die Zuläufe und Seitenbäche wie Sanna oder Pitztaler und Ötztaler Ache auch während der Nacht beobachtet, so Klaus Niedertscheider.

Weitere Informationen zum Hochwasser in Tirol am Ende des Beitrags.

Originaltöne zur Hochwassersituation

Update: 12.6./12:00

  • Originalton Josef Geisler: Er warnt auch davor, die Ufer zu betreten, die sind durch das Hochwasser aufgeweicht und können dadurch brechen: Download
  • Originalton Josef Geisler: Die Feuerwehren stehen bereit, falls Wasser abgepumpt werden muss. Sandsäcke sind vorbereitet: Download
  • Originalton Josef Geisler: Die derzeitige Lage zeigt, wie wichtig Hochwasserschutz ist: Download
  • Originalton Klaus Niedertscheider (Sachgebietsleiter Hydrographie und Hydrologie des Landes): Der Inn wird noch steigen: Es kommt noch Wasser aus der Schweiz und die Ötztaler Ache steigt noch: Download
  • Originalton Klaus Niedertscheider: Hochwasser am Inn ist vor allem wegen des Schmelzwassers - die Höhe aufgrund von Schmelzwasser ist die Ausnahme: Download
  • Originalton Klaus Niedertscheider: Vor allem im Unterland wird das Wasser noch steigen. Ausuferungen hat es bereits gegeben: Download
  • Originalton Klaus Niedertscheider: Derzeitige Wasserstandshöhe nur alle 10 (Oberland) bis 30 Jahre (Innsbruck), das Unterland liegt derzeit bei einer Wasserstandshöhe, die nur alle 10 bis 20 Jahre vorkommt. Download

Prognosen sind derzeit schwierig

Die warmen Temperaturen sorgen dafür, dass der Schnee in den höheren Lagen schmilzt. Dazu kommen noch zahlreiche lokale Gewitter. Dadurch steigen die Flüsse Tirols an. Es besteht zwar aktuell keine Gefahr. Jedoch könnten sich die Wassermassen zu einem 30jährlichen Hochwasser führen. Genaue Prognosen sind aufgrund von lokalen Gewittern derzeit schwierig. Aktuell ist jedoch nicht mit großflächigen Überflutungen zu rechnen, so HStv Josef Geisler.

"Die Schneeschmelze geht aufgrund der hohen Temperaturen weiter und führt zu anhaltend hohen Wasserständen mit ausgeprägten Tagesgängen. Heute und morgen sind weitere Gewitter angekündigt. Das kann die Situation am Inn und an den gewitterbetroffenen Zuflüssen zusätzlich verschärfen“, (Klaus Niedertscheider, Leiter des Sachgebiets Hydrographie und Hydrologie des Landes Tirol)

Die Situation würde auch zeigen, so Josef Geisler, wie wichtig die laufenden Hochwasserschutzprojekte entlang des Inn sowohl im Unterinntal als auch im Oberland seien.

Verhaltens- und Sicherheitshinweise für die Bevölkerung

  • Bei Fragen sollte man sich direkt mit der Gemeinde vor Ort in Verbindung setzen.Hier kann man sich auch über die aktuelle Situation informieren.
  • Uferbereiche von Bächen und Flüssen sollten gemieden werden.
  • Behördliche Straßen-, Brücken- und Wegesperren müssen beachtet werden.
  • Anweisungen der Hilfskräfte ist Folge zu leisten. 
  • Fahrzeuge sollten aus Tiefgaragen in sichere Bereiche gebracht werden.
  • Gegenstände, die nicht nass werden dürfen sollten aus dem Keller geräumt werden.
  • Im Notfall - wenn Personen oder Tiere in Gefahr sind - die Feuerwehr rufen.

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