Stimmung
Motivation

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Es ist 05:00 Uhr morgens am Samstag und ich höre ein leises Surren, das mit vergehender Zeit immer lauter wird. Es dauert nicht lange, bis ich realisiere, dass es sich dabei um das Läuten des Weckers handelt. Dieser läutet nicht, weil ich vergessen habe, ihn am Vortag abzustellen, wie manch einer von euch jetzt vielleicht vermutet. Er läutet deshalb, weil ich ihn mir bewusst gestellt habe. Schließlich habe ich Pläne.



Komischerweise fällt es mir nach dem Aufspringen aus dem Bett leichter als erwartet, in die Gänge zu kommen. Obwohl sich meine Motivation anfangs noch in Grenzen hält, geht es gleich zu Beginn des Tages an das Eingemachte. Zeit ist der kostbarste Vermögenswert, den ein Mensch besitzt. Und im Gegensatz zu diversen materiellen Gütern haben wir alle jeden Tag dieselben 24 Stunden zur Verfügung, unabhängig von unserer Herkunft oder anderer Faktoren. In folgendem Teil dieses Textes werde ich euch zeigen, wie ich täglich das Meiste aus meiner Zeit heraushole.



Routine
Ich beginne den Tag mit meiner üblichen Morgenroutine, die aus leichten Bewegungsübungen der Feldenkraisschen Art und physikalischer Aktivität in Form von Liegestützen, Klappmesser-Sit-Ups und Kniebeugen besteht. Danach schalte ich mein Fernsehgerät ein und sehe mir einen TED-Talk auf Youtube an, da diese oft sowohl kreative als auch innovative Ideen beinhalten. Währenddessen trage ich mir Notizen zum Gesehenen auf meiner Smartphone App „Color Note Pad“ ein. Jetzt erst setze ich mir meinen doppelten verlängerten Kaffee auf und trinke diesen, während ich etwas lese. Nach dem Lesen beginne ich damit, einen rohen Tagesplan zu kreieren und trage diesen ebenfalls in mein Smartphone, dieses Mal in meine Kalender App, ein. Nun kann mein Samstag offiziell beginnen. Meine Motivation ist jetzt zu 100 Prozent hergestellt.





Das Wochenende ist einem ehrgeizigen Menschen wie mir heilig. Es ist die einzige Zeit in der Woche, in der ich mich auf meine strategischen (langfristigen) Ziele konzentrieren kann, ohne dabei von den operativen (kurzfristigen) Zielen abgelenkt zu werden. Daher gehe ich an jedem Samstag, an jedem Sonntag und an jedem Feiertag sicher, meinen strategischen Zielen mit vollem Elan hinterher zu jagen. Dabei ist es mir wichtig, stets fokussiert zu bleiben und mich von nichts und niemandem ablenken zu lassen.



Der Tag beginnt
Als erstes habe ich mir vorgenommen, etwas Hausarbeit zu erledigen, da ich diese schon seit zwei Wochen aufschiebe. Zudem ist das genau die richtige Beschäftigung, um das reichhaltige Frühstück zu verdauen. Ich beginne damit, meine von den kürzlich absolvierten Sporteinheiten verschmutzte Kleidung in die Waschmaschine zu legen und schalte diese dann ein. Die sich drehende Waschtrommel repräsentiert die Ruhe vor dem Sturm, der bald kommen wird.



Schließlich will ich mich gleich am Morgen sportlich betätigen, denn das setzt das Glückshormon Serotonin im Gehirn frei und steigert schlussfolgernd das Wohlbefinden über den ganzen restlichen Tag. Ich habe mir vor geraumer Zeit vorgenommen, jeden Tag zumindest eine Stunde sportlich aktiv zu sein. Da es heute sonnig zu werden scheint und meine Motivation deshalb förmlich die Skala sprengt, beschließe ich, in Wetzelsdorf und nicht, wie ursprünglich geplant, in das Fitness Studio laufen zu gehen. Es gibt nichts Schöneres für mich als meinen Körper bei strahlendem Sonnenschein in einer grünen, nach Frühling riechenden, Umgebung zu aktivieren. Die Intensität, mit der die Endorphine, die die wohl bekanntesten Glückshormone sind, dabei in meinem Körper ausgestoßen werden, gleicht der eines Sandsturms in der Sahara.





Überwindung
Langsam werde ich nervös. Denn jede Laufeinheit stellt eine neue Überwindung für mich dar. Um ehrlich zu sein, glaube ich, dass es niemanden gibt, der sich gerne anstrengt. Der Mensch ist ein von seiner Natur aus gemütliches Wesen, das es liebt, sich zu entspannen und die Füße hochzulegen. Nur wäre das bei unseren heutigen Lebensumständen fatal für die jeweilige Gesundheit. Wir führen nun einmal ein Leben im Überfluss und müssen unsere Beute nicht mehr selber jagen, um am Ende des Tages eine warme Mahlzeit am Teller zu haben. Stattdessen haben wir im Laufe der Industrialisierung den Sport erfunden, um körperlich aktiv zu bleiben. Also versuche ich garnicht erst zu viel an den Lauf zu denken und mache stattdessen brav mit der Hausarbeit weiter.



Nachdem ich einen großen Teil von dieser erledigt habe, ziehe ich meine Laufhose an und mache mich bereit. Dann laufe ich einfach, ohne einen konkreten Plan zu haben, los. Dabei lasse ich mich bewusst von meinem internen Navigationssystem leiten und entscheide während des Laufes, in welche Richtung es gehen soll. Oft ist es am besten, spontan zu bleiben, sich sozusagen vom Fluss des Lebens treiben zu lassen. Die letztgenannte Metapher versuche ich sowohl beim Sport als auch generell im Leben umzusetzen.



Täglich grüßt der Schweinehund
Als ich von zuhause loslaufe, bemerke ich recht früh, dass ich wohl doch etwas zu viel gegessen habe. Ich muss mich daher sehr anstrengen, voranzukommen. Vor allem das Bergauflaufen bereitet mir große Probleme. Sehr früh höre ich meinen inneren Schweinehund rufen, ich solle aufhören und stattdessen zurück in meine Wohnung gehen, um mich noch etwas schlafen zu legen. „Diese Mal nicht!“ rufe ich diesem in einem angriffslustigen, fast schon aggressiven Tonfall entgegen, während mein Puls die 170 bpm Marke zu sprengen droht. Bevor ich allerdings einen Herzanfall erleide, mäßige ich mein Tempo etwas, bleibe dabei aber trotzdem in Bewegung. Stehenbleiben kommt für mich nicht in Frage. Während des Laufes vermeide ich es, auf meine Uhr zu schauen, da es mich zu dieser frühen Zeit nur demotivieren würde.


Sichtlich angestrengt fällt es mir jedoch immer schwerer, mein Tempo aufrecht zu erhalten. Zu viel hätte ich noch vor mir, versucht der Schweinehund mir in Dauerschleife einzureden, während ich kaum noch atmen kann. Jedoch weigere ich mich weiterhin, auf ihn zu hören. Ich habe mir dieses Ziel nicht nur gesetzt, weil ich etwas für meine physische Gesundheit tun wollte. Viel wichtiger noch ist mir der Effekt, den so ein Lauf auf meine Psyche hat. Die Resistenz, mit der ich meinem inneren Schweinehund zu trotzen vermag, ist das exakte Abbild meines Umgangs mit dem Druck, der beispielsweise in der Schule oder in der Arbeit auf mir lastet. Die Intensität des Laufes repräsentiert alles, was jedem und jeder von uns Tag für Tag im Leben begegnet. Und auf einmal geschieht es:





Ein Leuchtturm der Hoffnung
Ein freundlicher Autofahrer, winkt mir zu und gestikuliert mir mit einem Daumen nach oben, ich solle weitermachen. Ich erwidere diese Geste mit einem Lächeln und bemerke, wie meine Motivationsskala wieder nach oben schießt. Ich beginne damit, immer schneller zu werden und bewusst bergauf zu laufen, während mein Puls weit über die 170 bpm Marke emporschießt. Nun sehe ich weitere Läufer, sowohl jung als auch alt, die an mir vorbeirennen, ebenso mit derselben Anstrengung in den Augen. Sie alle scheinen auch gegen ihre jeweiligen Schweinehunde zu kämpfen. Ich deute deswegen jedem von ihnen nun meinerseits mit einer symbolischen Geste zu, nicht aufzugeben. Sie lächeln und winken mir freundlich zu, bevor sie sich wieder auf ihren Weg zu konzentrieren beginnen und an mir vorbeiziehen.



Mittlerweile hat sich mein Körper an die Anstrengung gewöhnt und mein innerer Schweinehund ist verschwunden. Ich habe ihn mit der Hilfe meiner eigenen Motivation, aber auch der Motivation, die die anderen Menschen mir zugeworfen haben, besiegt. Ich baue noch mehr von dieser auf und beginne damit, regelmäßige Sprintintervalle durchzuführen. Und plötzlich finde ich mich auf der Wetzelsdorfer Straße wieder, die Straße auf der ich meinen Lauf gestartet habe. Jetzt erst sehe ich zum ersten Mal auf meine Uhr und stelle mit extraordinärer Freude fest, dass ich meine Ziellaufzeit bereits um zehn Minuten überschritten habe. Denn ich bin schon seit über 55 Minuten unterwegs. Selbstzufrieden bleibe ich stehen und zücke mein Smartphone, um ein Video zu machen. Ich habe es tatsächlich geschafft.





Die Endorphine, die mein Körper nach diesem Lauf ausschüttet, sind sogar in diesem Moment noch spürbar. Ich erledige auch meine restlichen Ziele, die ich mir zu Beginn des Tages gesetzt habe und kann jetzt bewusst entspannen. Ich ruhe mich nun für den morgigen Tag aus. Alles ist gut und ich werde in wenigen Stunden selbstzufrieden ins Reich der Träume fallen.



Ré­su­mé
Die Wahrheit ist, und das werdet ihr beim Lesen meiner Anekdote bemerkt haben, dass ich mich selbst immer wieder motivieren muss, mich anzustrengen. Oft genug denke ich während des Läutens meines Weckers daran, diesen einfach gegen die Wand zu werfen und weiterzuschlafen. Jedoch habe ich spätestens nach meinem Nahtoderlebnis vor fünf Jahren realisiert, dass meine in der Einleitung erwähnte Zeit auf dieser Erde begrenzt ist.





Alleine dieses Wissen lässt meine Motivation in einem enormen Ausmaß emporschießen. Ich will am Ende des Tages nicht das Gefühl haben, auch nur eine Minute meiner kostbaren 24 Stunden verschwendet zu haben.



Beginnt damit, euch kleine Ziele zu setzen und erweitert diese bei erfolgreichem Abschluss Schritt für Schritt. Gönnt euch am Ende der Woche ruhig eine Belohnung wie zum Beispiel ein gutes Essen. Das wird eure Motivation weiter stärken und festigen, da euer Gehirn damit beginnen wird, die Anstrengung mit der Belohnung zu verbinden.



Wichtig ist es, die eigenen Vorsätze konstant umzusetzen, seien sie noch so klein. Hiermit übermittle ich euch mit diesem Text die Motivation, es von Morgen an zu tun.





Euch gefällt dieser Beitrag und ihr wollt euch ebenfalls motivieren, euer Leben aktiver zu gestalten und das Beste aus eurem Körper herauszuholen? Dann folgt mir auf Instagram und verpasst keinen meiner Beiträge. Lasst uns das Jahr 2020 gemeinsam zu unserer Untergebenen machen!





Wodurch steigt euer Motivationsskala? Lasst es mich in den Kommentaren wissen.

Autor:

Danijel Okic aus Graz

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