Rankings
Nur ein Geldbörserl im Bezirk Deutschlandsberg sticht immer wieder heraus

Dank Industriegebiet liegen die Lannacher Gemeindefinanzen weit über allen anderen im Bezirk – und immer wieder im überregionalen Spitzenfeld.
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  • Foto: Internorm Marketing
  • hochgeladen von Simon Michl

Warum die meisten Gemeindekassen im Bezirk Deutschlandsberg, vor allem jener aus Lannach, hinterherhinken.

BEZIRK DEUTSCHLANDSBERG. Zahlen sind angeblich nur Schall und Rauch – und doch haben sie eine Aussagekraft. Wenn man von diversen Ranking hört und liest, schneidet der Bezirk oft sehr gut ab (auf jeden Fall besser, als sein Ruf vor Ort manchmal ist). Das österreichweite Zukunftsranking der Bezirke (das heuer aufgrund von Covid-19 ausgesetzt ist) stellt Deutschlandsberg jährlich eines der besten Zeugnisse aus: im letzten Jahr bereits Rang 14, in der Steiermark nur hinter Graz und Graz-Umgebung.

Weitere Beispiele:

  • bundesweit dritthöchster Anteil an Beschäftigten im High-Tech-Sektor (17 %)
  • steigendes Bildungsniveau der Beschäftigten (+1,5 %)
  • steigende Frauenerwerbsquote (+2 %)
  • hohe Unternehmensdichte mit fünf der umsatzstärksten steirischen Unternehmen
  • niedrige Arbeitslosenzahlen (zumindest bis Pandemiebeginn)
  • rückläufige Kriminalitätsräte (-10 % im letzten Jahr)

Lannach erneut an der Spitze

Ein Blick ins Geldbörserl zeigt, dass in keinem anderen steirischen Bezirk das mittlere Einkommen so stark gestiegen ist. Nicht nur Private, auch die meisten Gemeinden konnten ihre Einkünfte steigern. Hier ist aber auch der springende Punkt: In den Rankings ist aus dem Bezirk meist nur Lannach zu finden. Wie im neuesten Bonitätsranking, das die 250 finanzstärksten Gemeinden Österreichs kürt. Erst seit dem letzten Jahr ist Lannach wieder in den Top-250, diesmal auf Rang 84 (minus 45 Plätze). Anhand der Ertragskraft, Eigenfinanzierung, finanziellen Leistungsfähigkeit und Verschuldung werden die Kommunen bewertet – weitere Deutschlandsberger Gemeinden findet man seit 2015 (Wettmannstätten) dort vergeblich.

Mehr Arbeitsplätze als Einwohner

Warum eigentlich? Kommunalsteuer lautet die einfachste Antwort: Für Gemeinden ist sie die zweitgrößte Einnahmequelle. Lannach hingegen nimmt seit einigen Jahren mehr Kommunalsteuern als Ertragsanteile ein. Die Gemeinde an der Grenze zu Graz-Umgebung überholte schon vor 20 Jahren die Bezirkshauptstadt und konnte seitdem seine Kommunalsteuer fast vervierfachen – fast sechs Millionen Euro nimmt Lannach pro Jahr alleine durch die Abgaben seiner angesiedelten Betriebe ein. Immerhin ist Lannach die einzige Gemeinde im Bezirk mit mehr Arbeitsplätzen als Einwohnern.

Zwar sind in den meisten Gemeinden die Kommunalsteuereinnahmen ebenso gestiegen – das geht teilweise aber auch auf die vergrößerten Gebiete durch die Gemeindefusionen zurück. Gleichzeitig sind gewissen Kosten (in den ersten Jahren) gestiegen: Fast alle Gemeinden haben 2015 auch das Personal der Vorgängerkommunen übernommen. Deutschlandsberg, Eibiswald, Bad Schwanberg oder Wies haben jede Menge Straßenkilometer dazubekommen, die sie erhalten müssen. Auch Kinderbetreuung kostet den Gemeinden Geld. Aber auch hier bekommt Lannach, genauso wie Deutschlandsberg und Frauental, das beste Zeugnis ausgestellt.

Aufholbedarf in der Steiermark

Eine Rolle spielt auch die Gemeindegröße – und Lannach in die Karten. Die meisten Kommunen im Bonitätsranking sind bis zu 2.500 Einwohner groß, Lannach (3.590) ist nicht weit drüber. Je kleiner, desto mehr bleibt über? Die Theorie, die eher gegen Fusionen spricht, stimmt laut Ranking. Niederösterreich und Oberösterreich, in der Größe vergleichbar mit der Steiermark, haben deutlich mehr Gemeinden und Platzierungen im Bonitätsranking. Die Steiermark liegt finanztechnisch vielmehr auf dem Niveau der kleineren Länder Tirol, Salzburg und Burgenland.

Fehlende Transparenz

An die Finanznote von Lannach (1,34 über die letzten drei Jahre) kommt keiner aus dem Bezirk ran. Zum Vergleich: Deutschlandsberg hält bei von 3,43. Auf offenerhaushalt.at, wo Gemeinden freiwillig ihre Finanzen zur Verfügung stellen können, kann man die Bewertungen im Detail nachlesen. Allerdings nur von fünf Gemeinden aus dem Bezirk – mehr haben ihre Daten noch nicht transparent gemacht.
Vielleicht sagt da eine ganz andere Zahl doch viel mehr aus: Laut einer aktuellen Studie ist der Wohlfühlfaktor in Deutschlandsberg einer der höchsten in Österreich.

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